Lastmanagement für Flotten: Statisch oder Dynamisch – Was Ihr Unternehmen wirklich braucht

Mit einem Anteil von 15,3 Prozent an den gesamten Pkw-Neuzulassungen im Oktober 2024 werden Lastmanagement-Lösungen für Unternehmen immer wichtiger. Das gleichzeitige Laden mehrerer Elektrofahrzeuge stellt erhebliche Anforderungen an die Netzkapazität und kann ohne geeignete Systeme zu Überlastungen oder sogar Stromausfällen führen.

In dieser Situation spielt ein effizientes Lastmanagementsystem eine entscheidende Rolle. Es sorgt dafür, dass die einzelnen Ladestationen aufeinander abgestimmt sind und bei drohender Überlastung eigenständig die Ladeleistung reduzieren oder Fahrzeuge nacheinander aufladen. Dabei stehen Unternehmen vor der Wahl zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement, wobei letzteres Faktoren wie Akkuladestand, Tageszeit und Energiepreise berücksichtigt, um das Laden bestimmter Elektrofahrzeuge zu priorisieren.

Wir bei AMBA Operations wissen aus unserer Erfahrung mit über 300 Projekten, dass die richtige Wahl des Lastmanagements für Flotten entscheidend ist. In diesem Artikel erklären wir die Unterschiede zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement für Ladestationen und helfen Ihnen zu verstehen, welche Lösung für die spezifischen Anforderungen Ihres Unternehmens am besten geeignet ist.

Was ist Lastmanagement und warum ist es für Flotten entscheidend?

Lastmanagement bezeichnet die aktive Steuerung des Stromverbrauchs für Ladestationen von Elektrofahrzeugen. Es regelt die Verteilung der elektrischen Last, wenn das lokale Stromnetz nicht ausreichend Ladeleistung für alle angeschlossenen Ladestationen bereitstellen kann.

Für Flottenbetreiber ist ein effektives Lastmanagement aus mehreren Gründen unverzichtbar. Einerseits kann das gleichzeitige Laden mehrerer Elektrofahrzeuge zu Überlastungen des Stromnetzes führen. Andererseits entstehen ohne geeignete Steuerung kostspielige Lastspitzen auf der Stromrechnung.

Die DIN VDE 0100-722 schreibt vor, dass bei der Auslegung von Stromnetzen in Gebäuden davon auszugehen ist, dass alle Ladestationen gleichzeitig genutzt werden (Gleichzeitigkeitsfaktor = 1). Dieser Gleichzeitigkeitsfaktor darf jedoch bei Vorhandensein einer Laststeuerung reduziert werden.

Darüber hinaus hilft Lastmanagement, teure Netzausbaumaßnahmen zu vermeiden. Statt die Anschlussleistung durch den Netzbetreiber erhöhen zu lassen – was mit erheblichen Kosten verbunden sein kann – sorgt ein Lastmanagementsystem dafür, dass die einzelnen Ladestationen aufeinander abgestimmt sind. Bei drohender Überlastung wird die Ladeleistung automatisch reduziert oder Fahrzeuge werden nacheinander aufgeladen.

Zudem gewährleistet ein durchdachtes Lastmanagement die Einsatzbereitschaft der Flotte und bringt den Aufladebedarf mit dem Stromangebot in Einklang. Die Ladesteuerung sorgt für das ideale Timing der Ladevorgänge und ermöglicht so einen reibungslosen Betrieb.

Statisches vs. dynamisches Lastmanagement im Vergleich

Beim Vergleich verschiedener Lastmanagementsysteme für Ihre Flotte stehen Ihnen grundsätzlich zwei Optionen zur Verfügung: statisches und dynamisches Lastmanagement.

Statisches Lastmanagement folgt einem festen Plan: Es teilt die verfügbare Leistung gleichmäßig auf alle angeschlossenen Fahrzeuge auf, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf oder der Netzbelastung. Dabei wird eine maximale Leistungsgrenze für die gesamte Ladeinfrastruktur definiert. Diese Lösung eignet sich besonders für:

  • Kleinere Flotten mit wenigen Fahrzeugen
  • Standorte mit konstantem Energiebedarf
  • Unternehmen, die Elektromobilität testen möchten

Dynamisches Lastmanagement hingegen passt die Ladeleistung flexibel und in Echtzeit an die aktuelle Last am Standort an. Ein lokaler Stromzähler misst die Gesamtauslastung sekundengenau, was eine kontinuierliche Optimierung der Stromverteilung ermöglicht. Dieses System empfiehlt sich für:

  • Große Flotten mit vielen Ladepunkten
  • Unternehmen mit stark schwankendem Stromverbrauch
  • Komplexe Energieszenarien, etwa bei Kombination mit Photovoltaikanlagen

Die Entscheidung zwischen beiden Systemen hängt maßgeblich von der Größe Ihrer Flotte, dem Nutzungsverhalten und dem Budget ab. Während statisches Lastmanagement kostengünstiger in der Anschaffung ist, bietet dynamisches Lastmanagement mehr Einsparmöglichkeiten und Flexibilität.

So treffen Sie die richtige Entscheidung für Ihr Unternehmen

Die Entscheidung für das richtige Lastmanagement basiert auf einer sorgfältigen Analyse Ihrer individuellen Betriebssituation. Zunächst sollten Sie den tatsächlichen Ladebedarf Ihrer Flotte ermitteln: Wie viele Fahrzeuge laden gleichzeitig? Wie lange stehen die Fahrzeuge durchschnittlich? Welche Strecken werden zurückgelegt?

Für kleinere Fuhrparks mit wenigen Fahrzeugen und geringen Schwankungen im Stromverbrauch ist statisches Lastmanagement meist ausreichend. Die Implementierungskosten sind deutlich niedriger, allerdings wird die Leistung gleichmäßig verteilt und ungenutzte Energie kann nicht von anderen Verbrauchern verwendet werden.

Hingegen empfiehlt sich dynamisches Lastmanagement besonders für Standorte mit vielen gleichzeitig ladenden Elektrofahrzeugen und tageszeitabhängigen Ladezeiten. Trotz höherer Investitionskosten – durch zusätzliche Stromzähler – wird die verfügbare Leistung optimal ausgenutzt, da das System flexibel auf Verbrauchsschwankungen reagiert.

Berücksichtigen Sie außerdem die Erweiterbarkeit Ihrer Ladeinfrastruktur. Bei wachsendem Fuhrpark sollte Ihr System neue Ladepunkte problemlos integrieren können.

Insbesondere für Unternehmen mit eigener Photovoltaikanlage bietet ein dynamisches Lastmanagementsystem erhebliche Vorteile, da PV-Überschussladen möglich wird. Überschüssiger Solarstrom kann dadurch gezielt für Ladevorgänge genutzt werden.

Um die optimale Lösung für Ihre spezifische Situation zu finden, empfehlen wir Ihnen, einen kostenlosen PreCheck durchführen zu lassen. Mit unserer Erfahrung aus über 300 Projekten helfen wir Ihnen, die ideale Balance zwischen Kosten, Effizienz und Zukunftssicherheit zu finden.

Fazit: Flexibilität und Effizienz als Schlüssel zur Zukunft

Die Entscheidung zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement ist zweifellos eine der wichtigsten für Unternehmen, die ihre Flotte elektrifizieren möchten. Tatsächlich hängt die optimale Wahl stark von individuellen Faktoren wie Flottengröße, Standortgegebenheiten und zukünftigen Expansionsplänen ab. Während kleinere Flotten mit wenigen Fahrzeugen oft gut mit statischem Lastmanagement auskommen, profitieren größere Unternehmen mit komplexeren Anforderungen deutlich von dynamischen Systemen.

Unabhängig von der gewählten Lösung steht fest: Ein durchdachtes Lastmanagement spart nicht nur Kosten für teure Netzausbaumaßnahmen, sondern gewährleistet auch die zuverlässige Einsatzbereitschaft Ihrer Fahrzeuge. Darüber hinaus ermöglicht es die Integration erneuerbarer Energien wie Photovoltaikanlagen und optimiert so Ihre Betriebskosten nachhaltig.

Besonders wichtig ist die Zukunftsfähigkeit Ihrer Ladeinfrastruktur. Mit wachsender Elektrifizierung Ihrer Flotte sollte das System problemlos erweiterbar sein und auch mit steigenden Anforderungen Schritt halten können. Deshalb empfehlen wir Ihnen, vor einer Entscheidung alle relevanten Faktoren sorgfältig zu analysieren.

Wir bei AMBA Operations unterstützen Sie gerne dabei, die perfekte Lastmanagement-Lösung für Ihre spezifischen Anforderungen zu finden. Dank unserer Erfahrung aus über 300 erfolgreich umgesetzten Projekten können wir Ihnen einen maßgeschneiderten Ansatz bieten, der genau zu Ihren Bedürfnissen passt. Nutzen Sie unseren kostenlosen Precheck, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu erhalten und Ihre Ladeinfrastruktur zukunftssicher zu gestalten.

FAQs

Q1. Was ist der Unterschied zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement? Statisches Lastmanagement verteilt eine festgelegte Leistung gleichmäßig auf alle Ladestationen, während dynamisches Lastmanagement die Ladeleistung flexibel an den aktuellen Stromverbrauch anpasst und in Echtzeit optimiert.

Q2. Für welche Unternehmen eignet sich statisches Lastmanagement? Statisches Lastmanagement ist besonders geeignet für kleinere Flotten mit wenigen Fahrzeugen, Standorte mit konstantem Energiebedarf und Unternehmen, die Elektromobilität zunächst testen möchten.

Q3. Welche Vorteile bietet dynamisches Lastmanagement? Dynamisches Lastmanagement ermöglicht eine optimale Ausnutzung der verfügbaren Leistung, reagiert flexibel auf Verbrauchsschwankungen und kann besonders gut mit erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaikanlagen kombiniert werden.

Q4. Wie funktioniert das Lastmanagement bei einer Wallbox? Bei einer Wallbox mit Lastmanagement wird eine Obergrenze für den verfügbaren Ladestrom eingestellt. Das System verteilt dann den Strom auf alle aktiven Ladepunkte, um eine Überschreitung dieser Grenze zu vermeiden.

Q5. Warum ist Lastmanagement für Unternehmen mit Elektrofahrzeugflotten wichtig? Lastmanagement verhindert Überlastungen des Stromnetzes, vermeidet kostspielige Lastspitzen, reduziert die Notwendigkeit teurer Netzausbaumaßnahmen und gewährleistet die Einsatzbereitschaft der Flotte durch optimierte Ladevorgänge.